Komplikationen

Angaben zur Häufigkeit des Auftretens von Komplikationen variieren in der Fachliteratur. Diese sind abhängig von der angewandten Operationstechnik und der Erfahrung und der Operationsfrequenz des verantwortlichen Arztes. Insgesamt werden Komplikationen jedoch selten beschrieben. Es kommt am häufigsten zu Hämatomen und Infektionen. Weitere Komplikationsmöglichkeiten können die Ausbildung eines Spermagranuloms, eine Nebenhodenentzündung und Post-Vasektomie-Syndrom sein.
Mäßige bis starke Schmerzen während des Eingriffs kommen ganz selten vor, und können direkt durch Nachinjektion von lokalem Betäubungsmittel  beherrscht werden. Häufiger werden leichte Schmerzen angegeben. Insbesondere bei der Freipräparation des Samenleiters kann es zu einem kurzen Schmerz in der Leiste / dem Unterbauch führen.
Da die Freipräparation des Samenleiters sehr viel kleiner ist, sollen Schmerzen und andere Komplikationsmöglichkeiten bei der Non-Skalpell Methode  seltener auftreten.
Als Post-Vasektomie-Schmerz-Syndrom werden dauerhafte Schmerzen im Bereich des Nebenhodens bezeichnet, die nach der Vasektomie auftreten könnten. Hierbei scheint es sich um eine Schmerzausbildung zu handeln, die durch erhöhten Druck im Nebenhoden verursacht wird, der Nebenhoden bleibt dann geringfügig schmerzempfindlicher und kann auch leicht an Größe zunehmen. Die Häufigkeit dieser Komplikation ist nicht sicher zu benennen, da es keine umfassenden Studien gibt. In unserem Patientengut liegt die bei unter 5%.
Die Versagerrate der Vasektomie wird im Durchschnitt mit 0 bis 2 % angegeben, wobei eine Schwangerschaft nur mit 1 zu 2.000 angegeben wird. Somit liegt die Sicherheit der Vasektomie im gleichen Bereich wie die regelmäßige Einnahme der „Pille“. Gelegentlich erscheint in der Literatur auch das Auftreten eines zweiten Samenleiters in einem Samenstrang. Diese Wahrscheinlichkeit ist jedoch extrem selten und wird spätestens dann erkannt, wenn auch 6 Monate nach einer Vasektomie lebende Spermien im Ejakulat nachgewiesen werden.