Vasektomie / Kastration

Als Vasektomie, auch Vasoresektion, wird im Allgemeinen die Sterilisation des Mannes bezeichnet.
Diese Operation wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Hierbei werden die Samenleiter (ductus deferens), also die Transportwege der Spermien von Hoden / Nebenhoden zur Prostata und damit zur Harnröhre  im Hodensack des Mannes durchtrennt. Bei dieser Operation werden weder Hodengewebe noch versorgende Gefäße und Nerven beschädigt, sodaß nach dem Eingriff weiterhin die männlichen Hormone (Testosteron) gebildet und ins Blut abgegeben werden. Auch die Erektionsfähigkeit bleibt vollständig erhalten!
Im Hoden werden auch nach der Vasektomie weiterhin Spermien gebildet und, da sie nicht „gebraucht“ werden, wieder abgebaut. So finden sich auch Jahre nach dem Eingriff lebende und zeugungsfähige Spermien im Hodengewebe. Das Ejakulat (Samenerguß) eines sterilisierten Mannes enthält keine Spermien mehr, ist ansonsten aber in Volumen, Aussehen, Geruch und Geschmack unverändert.
Die Operation wird ambulant und meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Hierbei legt der Operateur  mit zwei kleinen Schnitten (neue Methode ein Schnitt) am Hodensack die Samenleiter frei, entfernt jeweils ein ca. 1 bis 3 cm langes Teilstück des Samenleiters und verschließt die Schnittstellen. In seltenen Fällen (< 0,1 %) kann es, auch bei technisch einwandfreier Durchführung des Eingriffes, durch eine spontane Rekanalisation zur unerwünschten neuerlichen Durchgängigkeit der Samenleiter kommen. Aus diesem Grund müssen nach der Vasektomie mehrere Ejakulatproben abgegeben werden, um sicherzustellen, dass nachhaltend keine Spermien im Samenerguss vorhanden sind.
Ebenso sollten die entfernten Teilstücke des Samenleiters einem Pathologen vorgelegt werden. Dieser prüft, ob es sich tatsächlich um das angegebene Gewebe handelt und ob der Querschnitt vollständig ist.

Im Gegensatz zur Vasektomie wird bei der Kastration der / die Hoden komplett entfernt. Eine Produktion und Ausschüttung von Hormonen ist hierdurch nicht mehr möglich. Diese Operation wird insbesondere bei bösartigen Tumoren (Hodenkarzinom, Prostatakarzinom) durchgeführt.